Berichte
Christian Blömer verpasst Vereinsrekord nur um 2 Sekunden
Im Frühjahr dieses Jahres setzte ich mir das Ziel, im Herbst einen schnellen Halbmarathon zu laufen. Ich richtete mit Arnold mein Training darauf aus und würzte meine Trainingswochen mit den donnerstäglichen Tempoeinheiten in der wahnsinnig tollen Trainingsatmosphäre im „Wechloyer Oval“. Am Wochenende war es dann soweit, der Halbmarathon in Köln stand vor der Tür und mit ihm die während der Sommermonate verloren geglaubten Sonnenstrahlen, die die Luft im Laufe des Tages auf bis zu 25 Grad erwärmten. Glücklicherweise starteten wir Halbmarathonis schon morgens früh um 8.30 Uhr, was optimale Witterungsbedingungen für die 12.700 Starter bedeutete. Auf den ersten Kilometern spürte ich zum ersten Mal die offensichtlichen Nachteile einer solchen Massenlaufveranstaltung. Obwohl ich im ersten Startblock auf die Strecke durch die Rheinmetropole ging, war es aufgrund der zigtausend Läufer und der sehr unterschiedlichen Leistungsklassen für mich unmöglich von Anfang an mein Lauftempo aufzunehmen. Leicht frustriert und voll gepumpt mit Adrenalin bahnte ich mir mühsam den Weg Richtung Ziel, lief zum Teil abseits der Strecke hinter den Zuschauern her und war nach einer gefühlten Ewigkeit froh, nach drei Kilometern das erste Mal befreit laufen zu können. Den Blick auf meine Laufuhr sparte ich mir, denn mir war zu dem Zeitpunkt auch ohne genaue zeitliche Angabe klar, dass ich meine zuvor zurechtgelegte Renneinteilung über Bord werfen musste, wenn ich meine angestrebte Zielzeit erreichen wollte. Also drückte ich bei Kilometer fünf sehr behutsam aufs Tempo und war bei der Hälfte des Rennens sogar etwas unter meiner Zeitvorgabe. Von da an genoss ich das Rennen in vollen Zügen und beschleunigte in der zweiten Rennhälfte noch einmal merklich. Etwas schmerzhafter als üblich gestaltete sich beim Kölner Halbmarathon der letzte Kilometer, denn nach rund 20,5 Kilometern wartete die Steigung der Deutzer Brücke darauf, „erklommen“ zu werden. Angetrieben von zahlreichen, begeisterten Zuschauern und den Rhythmen der „kölschen“ Musik meisterte ich das letzte Teilstück der wunderschönen Laufstrecke und rannte nach 1:20:33 ins Ziel. Diese Zeit reichte für Platz 8 in meiner Altersklasse und für den 57. Gesamtrang.
Christian Blömer
Durch die Sandhölle von Bümmerstede
Oldenburg ist um eine Laufattraktion reicher. Auch wenn es sich beim Airborne-Fit-Run nicht um einen gewöhnlichen Lauf handelt. Die Bezeichnung Gelände-Hindernislauf ist wohl eine treffende Charakterisierung dieser Veranstaltung, die am letzten Samstag im September, auf dem Truppenübungsplatz in Bümmerstede, stattfand. Nach dem Start ging es anderthalb Kilometer auf Schotterwegen bis zum ersten Hindernis. Eigentlich sollte hier eine Strohwand auf die Läufer warten. Aus organisatorischen Gründen war dies allerdings nicht möglich. Stattdessen hatte man eine Bretterwand aufgebaut. Da zu diesem frühen Zeitpunkt des Laufs das Feld noch eng zusammen war, kam es in der ersten Runde vor dem Hindernis zu einem kleinen Stau. Im Vergleich zu anderen Läufen dieser Art war die Wartezeit aber ziemlich gering. Auf leicht sandigen Wegen führte die Strecke durch waldiges Gelände bis zum zweiten Hindernis bei Kilometer vier. Hier musste in zweieinhalb Metern Höhe eine Strecke von fünf Meter gehangelt werden. Ab hier erhöhte sich der Schwierigkeitsgrad der Strecke. Nicht nur, dass auf der zweiten Hälfte der Strecke fünf der sieben Hindernisse warteten, sondern auch der Laufuntergrund wurde deutlich schwieriger. Auf den nächsten vier Kilometern verlief der Weg fast durchgehend auf weichem Sandboden. Wie es sich für einen Truppenübungsplatz gehört war auch Robben angesagt. Zehn Meter durch losen Sand zu kriechen war nicht ganz ohne. Die Abstände zwischen den Hindernissen wurden jetzt deutlich kürzer. Kaum hatten die Läufer einigermaßen wieder ihren Laufrythmus gefunden, soweit das im Sand möglich war, tauchte das nächste Hindernis vor ihnen auf. Das Überwinden einer brusthohen Mauer war dabei noch das einfachste Hindernis. Danach wurde es wieder „militärisch“. Eine 15 m lange Reifenstrecke wurde durchlaufen. Hierbei durfte nicht auf den Reifen gelaufen werden, sondern in den Zwischenräumen, wo sonst die Felgen sitzen. Und das auch noch im Sand! Es ist eine ganz andere Belastung. Da wurde der Puls ganz schön nach oben getrieben. Eineinhalb Kilometer vor dem Ziel wartete dann das schönste Hindernis. Auf Knien krochen die Sportler in einen Tunnel, um dann nach ca. fünf Metern an einen „Pool“ zu kommen. Manch einer stoppte kurz, da die Tiefe des Wassers nicht ganz ersichtlich war. Bei einer Tunnelhöhe von nur 70 cm konnten die Läufer hier nicht aufrecht gehen, so daß sie auf allen vieren durchs Wasser mußten. Also nichts wie durch, zurück ging es nicht, da kamen schon die nächsten Läufer. Wie sich herausstellte, war es knietief, so dass man ordentlich nass wurde: Eine angenehme Erfrischung. Bei den warmen Außentemperaturen und nachdem man sich einmal überwunden hatte, machte es einen Riesenspaß. Der Nachteil war nur, dass auf der folgende Strecke der Sand an den Schuhen kleben blieb und die Läufer zusätzliches Gewicht mit sich rumschleppen mussten. Das letzte Hindernis, 500 m vor dem Ende der Runde, dürfte jenes gewesen sein, vor dem die Teilnehmer den meisten Respekt hatten und das viele Oldenburger Läufer von einer Teilnahme abgeschreckt hat. Es mussten 13 kg schwere Sandsäcke über eine Strecke von 500m getragen werden. Hier konnten die unterschiedlichsten Tragetechniken beobachtet werden: die einen zogen sie hinter sich her, andere klemmten sie sich unter die Arme und einer trug sie sogar auf dem Kopf. Aber die effektivste Methoden war, sie auf den Schultern zu tragen. Diese Athleten sah man sogar mit den Säcken joggen. Die Runde wurde zweimal absolviert. Am schnellsten schaffte dies Tammo König vom 1. TCO „Die Bären“. Er absolvierte die knapp 18 km in der sehr guten Zeit von 1:11:27. Die schnellste Frau war Thea Klaaßen aus Leer in 1:32:11. Fazit: Es war eine Veranstaltung, die bei aller Härte sehr viel Spaß gemacht hat und im nächsten Jahr hoffentlich eine Fortsetzung findet. Es ist eine Bereicherung für die Oldenburger Laufszene. Der Lauf hat mehr als 187 Teilnehmer verdient. Aber dafür müsste im nächsten Jahr mehr Reklame in Läuferkreisen gemacht werden.
16. Sandkruger Schleife 2011
Die Auftaktveranstaltung des neu geschaffenen „Öffentliche Running-Cup“ in Sandkrug schien unter keinem guten Stern zu stehen. Aufgrund schlechter Bodenverhältnisse auf der Orginalstrecke sah sich der Veranstalter gezwungen nur 24 Stunden vor Veranstaltungsbeginn einen komplett neuen Streckenverlauf aus dem Boden zu stampfen. Und dies gelang ihm mit Bravour. Der Hauptlauf musste zwar um einen Kilometer verkürzt werden, aber dafür war die Strecke voll asphaltiert, schnell und größtenteils eisfrei. Mehr als zweihundert vorangemeldete Läufer hatten sich dafür entschieden zuhause zu bleiben. Grund hierfür waren wohl die schlechten Laufbedingungen in den letzten Wochen in Oldenburg.
Als erstes wurden die 5 km-Läufer auf den Weg geschickt. Mit 238 Läufern konnte hier das Vorjahresergebnis um 28 Teilnehmer verbessert werden. Die Siegerzeit von Sascha Dessi vom Heidmühler FC lag mit 17:18 Min. deutlich unter der Vorjahressiegerzeit, wobei man die Strecken wohl kaum vergleichen kann. Zweiter wurde hier der erst 13 jährige David Valentin aus Sprockhövel in hervorragender Zeit von 17:33. Den Sieg bei den Frauen machten die erst 14jährige Neele (20:48) und die nur drei Jahre ältere Swantje Harms (23:05) vom TuS Ofen unter sich aus.
Beim Hauptlauf über 12 km kam es zu Favoritensiegen durch Vorjahressieger Tammo König (41:16) von den Oldenburger Bären und Fakja Hofmann (44:45), die in Bremen lebt aber für die LG Regensburg startet. Platz 2 und 3 bei den Männern machten Lars Bathke-Lürs (41:55) von den Oldenburgern Sonntagsläufern und Martin Gyöngyösi (42:09) aus Varel unter sich aus. Martin Gyöngyösi belegte damit denselben Platz wie im Vorjahr. Bei den Frauen ging es weniger eng zu. Inga Jürrens (48:32) von der Emder LG hatte fast vier Minuten Rückstand auf die Siegerin. Weitere eineinhalb Minuten Rückstand hatte Heike Piotrowski (50:06) von der LG Wilhelmshaven als Dritte. Oldenburgs schnellste Marathonläuferin des letzten Jahres, Antje Günthner (50:49), kam auf den undankbaren vierten Platz, vor Vorjahressiegerin Anita Ehrhardt (51:55). 667 Läufer bedeuteten ein Minus von 67 Läufern im Vergleich zum Vorjahr.
Passend zur kalten Witterung wurde jedem Teilnehmer die Möglichkeit geboten für 3 € die vereinseigene Sauna zu benutzen. Eine gleichzeitige Nutzung des Hallenbades, eine Läufermesse samt umfangreicher Kuchentheke und die Möglichkeit sein Gepäck abzugeben rundete das Serviceangebot des Veranstalters für die Teilnehmer ab. Die umfangreiche Siegerehrung wurde zügig durchgeführt.
Fazit: Eine gut organisierte Veranstaltung, bei der sich die Alternativstrecke als mehr als nur eine Alternative entpuppt hat.
Der nächste Lauf im Running-Cup findet am 10.4 in Schortens statt.
2. Oldenburger Silvesterlauf 2010
Silvesterlaufveranstalter VfL Oldenburg bewies Mut und sagte, im Gegensatz zu vielen anderen Läufen in Deutschland, den Silvesterlauf nicht schon am Tag zuvor ab. Sah es am Donnerstagabend noch so aus als ob dies eine sehr gewagte Entscheidung gewesen ist so zeigte der Wettkampftag dass man alles richtig gemacht hatte. Trockenes Wetter und 3°C sorgten dafür dass man zwar durch Schneematsch laufen musste, aber nicht auf Eis. An besonders gefährdeten Stellen hatte der Veranstalter vorsichtshalber Sand gestreut. Die Streckenverhältnisse kosteten den Läufern über 10 km vielleicht ein bis zwei Minuten, wie Ex-Europameister Jan Fitschen anmerkte, aber eine übermäßige Sturzgefahr bestand nicht.
Auch wenn die Streckenverhältnisse besser waren als befürchtet so musste der Veranstalter mit 436 Teilnehmern einen Teilnehmerrückgang von 111 Läufern hinnehmen. Dafür war die Qualität in der Spitze besser. Im Schnitt waren die ersten zehn rund zweieinhalb Minuten schneller unterwegs als 2009, was nicht allein an der Siegerzeit von Jan Fitschen (31:05) lag. Till Luhmann vom Team Laufrausch, im Vorjahr noch Gesamtachter, musste sich diesmal trotz einer schnelleren Zeit mit Platz 17 begnügen.
Hinter dem Ex-Europameister aus Wattenscheid klaffte erwartungsgemäß eine große Lücke. Knapp zweieinhalb Minuten hinter dem Sieger kam der für den DSC Oldenburg startende Christoph Paetzke ins Ziel. Mit seiner Zeit von 34:29 war er damit 3 Sekunden schneller als im Vorjahr Gesamtsieger Georg Dittrich. Auch der dritte Platz ging mit Gerold Struß (35:20) an den DSC. Schnellster Läufer des veranstaltenden VfL war Henning Frerichs als 6. in 36:37 Minuten.
Die ersten drei Plätze bei den Frauen gingen durch die Reihe weg an vereinslose Läuferinnen. Hier siegte Anita Ehrhardt (43:09) vor Ute Deters (44:18), beide aus Oldenburg. Dritte wurde Thea Klaaßen (45:40) aus Leer. Beide Gesamtsieger bekamen einen riesigen Wanderpokal den es nächstes Jahr zu verteidigen gilt. Jan Fitschen bedankte sich beim vornewegfahrenden Radfahrer, der während des Rennens sein einziger Begleiter war und der nach Meinung des mehrfachen Deutschen Meisters den härtesten Job des Tages hatte, da es ungleich schwieriger war bei den Bodenverhältnissen Rad zu fahren als zu laufen. Jan Fitschen wäre gerne selbst noch etwas schneller gelaufen, was aber die Strecke an diesem Tag nicht hergab. Nach seinen Zielen für 2011 gefragt gab er an das er sich im Frühjahr an seinen ersten Marathon wagen wollte. Eine neue Herausforderung nach einer überaus erfolgreichen Bahnkarriere für den sympathischen Nordhorner.
Der einzige der fünf Läufe der seine Starterzahl erhöhen konnte war der 5 km Lauf. Hier siegte Jakob Günther vom SSV Jeddeloh in 17:18 Minuten hauchdünn vor Leonard Hartung (DSC) mit nur einer Sekunde Vorsprung. Damit konnte der DSC mit den Platzierungen seiner Läufer voll und ganz zufrieden sein. Zwei zweite und ein dritter Platz in der Gesamtwertung waren die Ausbeute. Bei den Frauen siegte Lea Meyer (19:40) vom VfL Löningen vor Heike Piotrowski (20:09), LG Wilhelmshaven, und Neele Harms (21:12) vom TuS Ofen.
Die Sambatruppe der Sam Eversten sorgte wie im Vorjahr für Stimmung im Start/Ziel-Bereich. Für musikalische Unterhaltung im Foyer der Universität sorgten Christopher Baum und Mascha Naro. Dass Jan Fitschen ein Star zum Anfassen ist zeigte er im Foyer wo er sich mitten zwischen die anderen Läufer setzte und geduldig Autogramme schrieb.
Fazit: Trotz Teilnehmerrückgang hat sich der Mut der Veranstalter bezahlt gemacht und der Oldenburger Silvesterlauf dürfte sich bereits nach seiner 2. Ausführung in Reihen der Silvesterläufe fest etabliert haben. Der Streckenrekord auf dieser Strecke dürfte auf jeden Fall eine Zeitlang halten.
29. Lop Dwasch Dörn Wildenloh
Es gibt sie also doch noch, die kleinen familiären Traditionsläufe. Ein überschaubares Teilnehmerfeld, Zeitnahme ohne Chip und dem Wetter angepasst, warmer Tee anstatt isotonischer Getränke nach dem Lauf. Im Wildenloh, bei Oldenburg, wo täglich dutzende von Läufern ihre Runden drehen, fand am letzten Sonntag zum bereits 29. Mal der „Lop dwasch dörn Wildenloh” statt. Siebenundzwanzig Mal wurde der Lauf vom SV Friedrichsfehn organisiert. Seit letztem Jahr zeigen sich nun Markus Gabler und Till Luhmann vom Team Laufrausch e.V. für die Organisation verantwortlich. Das es den beiden vor allem darum geht eine Tradition aufrecht zu halten merkt man schnell. Manch älterer Läufer fühlt sich an seine Anfänge erinnert. Hier steht ganz klar das Laufen im Vordergrund. Keine Musik in Discolautstärke, kein Sprecher der versucht Stimmung zu machen und auch keine Verkaufsstände. Ein Pavillon für die Anmeldung, einer zum unterstellen der Taschen und ein Getränkestand mit heißem Tee und Kaffee, das war es. Und dann vor dem Start etwas was ich schon lange nicht mehr erlebt habe, jeder Läufer wurde namentlich aufgerufen. Auch ein Zeichen für den familiären Charakter dieser Veranstaltung. Zum Start wurde bei jedem Lauf von fünf runtergezählt und dann ohne weiteres Zeichen losgelaufen. Als erstes starteten die „Jedermänner“. Hier konnte jeder während des Laufens selbst bestimmen wie viel Runden man laufen wollte. 1,2 oder 3 Runden je 3,1 km. Eine offizielle Zeitnahme gab es hier nicht. 44 Läufer und 2 Walker entschieden sich für diese Variante. Danach folgten drei Leistungsläufe mit insgesamt 99 Finishern. Wobei der 1,6 km lange Schülerlauf den Anfang machte. Leider waren hier nur 10 Teilnehmer am Start. Hier gab es bei den Mädchen wie den Jungen einen Oldenburger Sieger mit Friederike Lindner vom OTB und Tjago Rittner (VfL Oldenburg). Auf der 3,2 km langen Mittelstrecke kam es zum ersten von drei Siegen des VfL Löningen in Person von der 16jährigen Nadine Aselage. Bei den Männern siegte hier Sören Otten von Olympia Wilhelmshaven. Die Langstrecke (9 km) sah dann zwei souveräne Siege von Löninger Athleten. Steffen Brümmer und Antonia Beyer hießen hier die Sieger. Die ansonsten nicht sonderlich anspruchsvolle Waldlaufstrecke erhielt durch den Dauerregen der letzten Tage teilweise einen Crosslaufcharakter. Was nicht jedem gefiehl. So nahmen viele Läufer gerne einen kleinen Umweg in Kauf um nicht direkt durch knöcheltiefe Schlammlöcher laufen zu müssen. Das dies nicht immer die richtige Lösung war, musste ein Läufer erkennen der zwar mit sauberen Schuhen am größten Schlammloch vorbei kam aber danach, beim Versuch wieder auf die Strecke zu kommen, film reif im Matsch landete. Die erfahrenen Crossläufer erkannte man daran das sie den kürzesten Weg nahmen, und zwar mitten durch. Im Ziel bekam jeder Läufer einen Stein mit der Aufschrift „29. Lop dwasch dörn Wildenloh“ überreicht und konnte sich mit warmen Tee wieder aufwärmen. Die Veranstalter haben mit ihrem rührigen Engagement bewiesen das man auch heute noch mit einfachsten Mitteln eine tolle Laufveranstaltung auf die Beine stellen kann. Der Meinung war wohl auch Petrus der die Organisatoren und die 145 Läufer mit Sonnenschein und angenehmen Lauftemperaturen belohnte. Es bleibt zu hoffen das dieser Lauf noch lange Bestandteil des Oldenburger Laufkalenders sein wird.
25. Oldenburger Citylauf 2010
Trotz Schietwetter kamen 3600 Läufer am Sonntag in die Oldenburger Innenstadt um am 25. Citylauf teilzunehmen. Noch nie in den vergangenen 25 Jahren war das Wetter so schlecht, gleichzeitig waren aber auch noch nie so viele Läufer am Start. Der Rekord aus dem Jahre 2002 mit 2320 Läufern wurde klar getoppt. Auch wenn die Läufer sich nicht vom schlechten Wetter abschrecken ließen, so verirrten sich leider nur wenige Zuschauer an die Strecke. Neben alten Hasen, die teilweise schon seit dem 1. Citylauf 1986 mit dabei sind, waren auch viele Volkslaufneulinge am Start. Im Vorfeld hatten viele Oldenburger Vereine Laufkurse für Anfänger angeboten, wo den Teilnehmern das 1x1 des Laufens beigebracht worden ist. Einen von ihnen war Markus Alt (10km): „Ich war zum ersten Mal in Oldenburg am Start und überhaupt war es mein erster Lauf. Ich bin vom Team Laufrausch in zwölf Trainingseinheiten für diesen Lauf vorbereitet worden. Ich will mich auch noch recht herzlich bei meinen Trainern Sylke, Arnold und Erik bedanken die mich wunderbar auf dieses Ereignis eingestellt haben. Bei diesen Wetterbedingungen ist schon jeder ein Sieger der hier an den Start geht. Ich bin mit meiner Zeit zufrieden. Wie jeder der zum ersten Mal an den Start geht bin ich zu schnell angegangen und musste in der zweiten Hälfte dem Tribut zollen“. Neben denen die über ihren inneren Schweinehund siegten gab es erfreulicherweise auch drei Oldenburger Gesamtsieger zu feiern. So siegte bei den Damen im 10 km Lauf Dorothee Hodapp aus Oldenburg. Bei den Männern lief Steven Jungeilges vom Triathlonclub „Die Bären“ mit klarem Vorsprung als Erster beim Halbmarathon ins Ziel. Schnellste Frau im Marathon war Antje Günthner vom Team Laufrausch: „Es war ein schöner Lauf aber auch sehr anstrengend durch den teilweise sehr böigen Gegenwind. Es war ein Heimspiel für mich da wir teilweise auf meiner Trainingsstrecke gelaufen sind. Ich hatte ein bisschen gehofft den Marathon zu gewinnen oder unter die ersten drei zu kommen. Und das hat ja geklappt. Klar das das für mich eine besondere Bedeutung hat hier zu gewinnen“. Die Lage des Zieleinlaufs und die Größe des Verpflegungsstands im Ziel sollten für das nächste Jahr noch mal überdacht werden, aber ansonsten war es ein sehr gut organisiertes Laufevent. Was auch viele Läufer nach dem Lauf kundtaten. Das vielfach ausgesprochene Lob der Läufer dürfte den zahlreichen Helfern eine schöne Entschädigung für das stundenlange verharren im Dauerregen gewesen sein.
Mittsommernachtsberglauf auf dem Osternburger Utkiek
Ein Berglauf in Oldenburg, wie soll das denn gehen in einer Stadt in der Brücken schon als höchste Erhebungen gelten? Seit Oktober ist dies möglich, da wurde nämlich auf dem Gelände der ehemaligen Mülldeponie an der Eidechsenstrasse die Grünanlage „Osternburger Utkiek“ eröffnet. Der Park erstreckt sich über eine Fläche von rund 48 Hektar und beinhaltet 3 Hügel von denen der nördliche mit fast 30 Metern der höchste ist. Hierhin hatte Stefan Rakelmann am 21.06. Oldenburgs Läuferfamilie eingeladen um gemeinsam an einem inoffiziellen Testlauf für einen möglichen Mitsommernachtsberglauf im nächsten Jahr teilzunehmen. Rund 70 Läufer folgten seinem Aufruf. Um 21:06 Uhr machten sich die Läufer auf eine abwechslungsreiche Runde, die 2x durchlaufen werden musste. Sechs anspruchsvolle Steigungen und ein auch sonst sehr welliger Kurs machen diese 5,3 km nicht gerade ideal für Bestzeitenjäger. Wer aber gerne auf abwechslungsreichen Strecken unterwegs ist für den ist dies genau das Richtige. Abwechslung bietet auch der Untergrund: Schotter, Asphalt und Grasboden wechseln sich ab.
Bestzeiten konnte man übrigens nicht laufen da es keine offizielle Zeitnahme gegeben hat aber dafür hatte der rührige Veranstalter für einen Verpflegungsstand im Ziel gesorgt.
Der Tenor der Teilnehmer war durchgehend positiv und die meisten freuen sich schon auf nächstes Jahr wenn der Oldenburger Mittsommernachtsberglauf hoffentlich zum ersten Mal als offizieller Lauf am 21.06.11 um 21:06 Uhr stattfinden wird. Dieser Lauf wäre mit Sicherheit ziemlich einmalig in unserer Gegend.
Ein wenig Kritik muss ich dann aber doch noch anbringen. An der Streckenführung muss noch ein wenig gefeilt werden da sich an einer Stelle die Strecke kreuzt wodurch, gerade beim Laufen auf Zeit, hier eine erhöhte Unfallgefahr besteht. Aber ich bin mir sicher, dass man auch hier eine Lösung finden wird.
von Bernd Teuber
21.6.10
Ossiloop 2010 Bericht von Sascha Jähnicke
29. OSSILOOP (27.04.-14.05.2010) – ERFAHRUNGSBERICHT
Der sogenannte OSSILOOP ist eine traditionelle Laufveranstaltung quer (längs) durch Ostfriesland die jährlich von Ende April bis Mitte Mai stattfindet und bei der über drei Wochen ca. 70km zurückgelegt werden. Es ist eines der alljährlichen Sporthighlights Ostfrieslands und weit über dessen Grenzen hinaus bekannt.
An sechs Tagen, immer Dienstags und Freitags, gingen auch diese Jahr fast 2200 Läufer und Läuferinnen an den Start. Die Streckenlänge variiert auf den einzelnen Etappen um bis zu 5,7 km. Gestartet wurde diese Jahr erstmalig in Bensersiel, mit dem Gesamtziel Leer. Daher stand die Veranstaltung auch erstmals unter dem Motto „van Meer nach Leer“. Bisher war die Marschroute stets umgekehrt. Nach aktuellen Informationen wird laut Veranstalter die Richtung des Laufs künftig im Jahresrhythmus wechseln.
Der Wechsel der Laufrichtung bedeutete, dass der erste Zieleinlauf diese Jahr in Dunum stattfand, bis dahin mussten die Läufer eine Strecke von 11km zurücklegen. Drei Tage später folgten weitere 12 Wettkampfkilometer mit dem Ziel Plaggenburg. Von dort startet am darauffolgenden Dienstag dann schon die Königsetappe nach Holtrup. Diese Distanz, mit 14,2km auch die längste des OSSILOOPS, setzte einigen Läufer arg zu. Nach der vierten Etappe, wieder mit moderaten 11km und Etappenziel Bagband, folgte die „Sprint“etappe nach Holtland. Mit lediglich 8,5km die kürzeste Strecke. Vom Sportgelände in Holtland ging es dann am 14.05.2010 auf die Schlussetappe nach Leer. Hier warteten neben den Tausenden frenetischen Zuschauern entlang der 700m langen Ziel-“geraden“ noch einmal 13,25km auf das Läuferfeld.
Am letzen Wettkampftag präsentierte sich Ostfriesland noch einmal von seiner schönsten Seite, speziell das Wetter, was mit angenehmen 13 Grad und Sonnenschein daherkam. Ansonsten ist zu betonen, dass nicht nur die letzte Etappe landschaftlich einiges zu bieten hatte. Die gesamte Strecke des OSSLOOPS entlang der charakteristischen und einmaligen ostfriesischen Landschaft hat für allseits gute Stimmung gesorgt. Wettertechnisch waren die Läufer allerdings gerade auf den mittleren Etappen einer anspruchsvolles Witterung ausgesetzt. Neben kaltem Wind und eisigen Temperaturen um die 7 Grad, kam für einige Läufer auch Niesel und Regen dazu. Doch auch dies konnte der guten, familiären Stimmung spürbar keinen Abbruch tun. Durchweg war es eine fröhliche, angenehme und gut organisierte Laufveranstaltung.
Persönlich bin ich noch immer total begeistert. Mir gefielen vor allem die unterschiedlichen Etappenlängen und die zeitlich direkte Folge der einzelnen Wettkämpfe, das war wieder eine ganz neue Erfahrung und Herausforderung. Hinzu kam, dass aufgrund der unterschiedlichen Etappenlängen auch das Tempo variierte und man taktisch vorgehen und trotzdem an seine Leistungsgrenzen gehen musste. Bei vielen Läufern, mit denen ich Sprach, war auch mindestens eine Etappe dabei, wo der Körper partout nicht mehr wollte und man zwangsläufig eingebrochen ist. Interessant war auch zu erfahren, wie man sich von Lauf zu Lauf zu steigern versuchte und sich seine kleinen Etappenziele setzte. Mein persönliches Ziel war nach der ersten Etappe schnell gefunden. Auf jeden Fall wollte ich zweistellig finishen. Ich konnte mich buchstäblich im letzen Moment vom Gesamtplatz 102 auf den 96 Platz verbessern. Dazu wurde von einem am letzen Tag aber noch einmal alles abverlangt, auf einer Strecke die es in sich hatte. Von der Länge und den Hindernissen, mit Brücken und Treppen, die sich unterwegs überraschend auftaten. Hier war für mich sicherlich die Kondition vom vorangegangenen Hamburgmarathon von Vorteil, da einige „Konkurrenten“ auf den letzen Kilometern stark nachließen.
Eine besondere Herausforderung bestand für uns Oldenburger noch hinsichtlich der Logistik. Diesbezüglich haben wir eigens einen Bus gemietet. Dies hat relativ gut funktioniert, auch wenn die frühen Abfahrtszeiten ein wenig Toleranz seitens der Arbeitgeber erforderten. Ein dank geht an Schwarz/Weiß Oldenburg, die hinsichtlich der Organisation Federführend waren. Mit ca. 35 regelmäßigen Teilnehmern waren wir gut aufgestellt. Die Gruppe bestand aus Läufern der unterschiedlichsten Laufgruppen Oldenburgs. Die Gemeinschaftsfahrten brachten einen von Etappe zu Etappe näher und man konnte sich auch mal lauftreffübergreifend austauschen, was für mich ebenfalls eine nette Erfahrung war. Vielleicht schließen sich nach diesem Erfahrungsbericht nächstes Jahr ein paar Laufrauschler an und sind teil des Events. Ganz subjektiv: Es lohnt sich, trotz oder gerade aufgrund einiger Strapazen.
Sascha Jänicke
21.Mai 2010
„Neigungsgruppe“ Triathlon beim Schnuppertriathlon in Dangast
Wenn man sich beim Schwimmen kaum über der Oberfläche halten kann, beim Radfahren auf Mountain-Bike Profilen oder mit Hollandrädern unterwegs ist und im Laufen vieles außer Talent mitbringt, ist man fast schon prädestiniert für Triathlon.
Dieser Logik folgend hat sich im Team Laufrausch aus dem C-Kader heraus die Neigungsgruppe Triathlon gebildet, die über die oben genannten Voraussetzungen sozusagen im Überfluss verfügt. Unbestrittener Saisonhöhepunkt dieser Perspektivsportler ist der Schnuppertriathlon in Dangast, auf den wir uns entsprechend akribisch vorbereiten. Der Schwerpunkt liegt dabei im sporttheoretischen Bereich, so dass im Rahmen eines monatlich stattfindenden Triathlonstammtisches u.a. über Trainingsmethoden, Material- und auch Ernährungsfragen diskutiert wurde …
Letztendlich war es aber in diesem Jahr wieder weniger die gute Vorbereitung als vielmehr mentale Stärke, die unseren 9 Startern zu einem erfolgreichen Abschneiden bzw. Ankommen verhalf. Während die Altvorderen wie Doris in diesem Jahr bereits zum 4. Mal in Dangast an den Start gingen, konnten wir diesmal einige Rookies begrüßen, die den mörderischen Dreikampf erstmals bestehen wollten.
Sonntag gegen 11.00 war es dann soweit: Die gestählten Körper unserer Konkurrenten glänzten in der Sonne, doch auch unsere Schwimmanzüge lagen – nur aus anderen Gründen – eng an. Eng wurde es dann auch auf den Schwimmbahnen, wo man sich eine Bahn zu viert teilen musste. Spätestens an dieser Stelle meine ich gehört zu haben, dass doch dem Einen oder Anderen das Herz in die Hose gerutscht ist, anders kann man sich die ungünstige Wasserlage auch gar nicht erklären …
Egal, jetzt gab es kein zurück mehr und da der Maximalpuls vor lauter Aufregung schon vor dem Start erreicht war, konnte man auch gleich mit Volldampf loslegen – zumindest eine Bahn lang, dann forderte das hohe Anfangstempo jedoch seinen Tribut. Nach 12 Bahnen durfte man das Becken verlassen, doch was war das – Team Laufrausch noch nahezu vollständig im Becken? Egal, jetzt konnte gezielt angefeuert werden und die Muskelberge konnte man ja schließlich im abschließenden Lauf noch locker einholen!
Dem entgegen stand jedoch die Wechselzone – hier spielten sich wieder, zumindest für die Beobachter, amüsante Szenen ab, denn an einigen Wechselplätzen sah es wohl so aus wie in Frauenhandtaschen und wenn man dann noch sein Rad nicht findet, obwohl doch eigentlich schon alle auf der Strecke waren …
Letztendlich haben es alle auf die Radstrecke geschafft und obwohl wir ja als Teamsportler niemanden heraus- oder bloßstellen wollen, so ist es doch erwähnenswert, wenn Conny mit ihrem Hollandrad andere Mädels auf ihren tiefergelegten Rennmaschinen überholt. Ein weiteres Highlight lieferte Jochen, der mangels sportlichem Potential zumindest „stylish“ voll überzeugt hat und seinen Helm kurzerhand quer getragen hat …
Doch zurück zum Renngeschehen, denn auf der Strecke hatte mittlerweile starker Regen eingesetzt, was die Strecke zu einer seifenglatten Eisbahn machte, so dass man hier zu Recht von einem Ausscheidungsrennen sprechen konnte. Leider erwischte es ausgerechnet die bis dahin Letzte im Radfeld, die der mörderischen und nicht enden wollenden Radstrecke am Deich entlang Tribut zollen musste und völlig unterkühlt und dehydriert und wahrscheinlich sogar übelgelaunt aufgeben musste. Allein und wirklich nur diesem Umstand ist es geschuldet, dass eines unser Teammitglieder die rote Laterne nicht mehr los wurde, hatte sie doch im Gefühl des sicheren zweitletzten Platz bewusst das Tempo heraus genommen und auf der Laufstrecke das Rennen taktisch klug nach Hause gelaufen. Umso größer die Enttäuschung, dass nach ihr keiner mehr in`s Ziel kam, aber Kopf hoch Doris, im Vergleich zu Deinem ersten Rennen vor vier Jahren hast Du Dich um ca. 5:00 Minuten gesteigert!
Ebenfalls ein Opfer der Radstrecke wurde Klaus, der sich in der Interaktion mit den Rennkommissaren (er war so schnell unterwegs, dass man am Wendepunkt seine Nummer nicht erkennen konnte) verbremst hatte und von seinem Rad über den Lenker nach vorne abstieg. In der Folge musste Klaus den Wettbewerb mit blutverschmierten Beinen zu Ende bringen, was ihn jedoch nicht störte, denn er hatte unterwegs auch seine Brille verloren, so dass er das Elend gar nicht mitbekam und tapfer zu Ende lief!
Letztendlich standen im Ziel 9 erfolgreiche Finisher (Julia und Cornelia Hinrichs, Ivonne Hoyn, Doris Schulz Pätzold, Horst Hain, Klaus „Mark“ Hahn, Jochen Bay, Thomas und Holger Fuchs), die jetzt wieder ein Jahr Zeit haben, von diesen Heldentaten zu zehren!
Abschließend noch der Dank an unsere Edelfans, die uns zu diesen Leistungen angespornt haben, die wir wohl selbst nicht für möglich gehalten haben. Für alle, die es uns im kommenden Jahr gleich tun wollen und sich dem ultimativen Abenteuer Triathlon stellen wollen, hier noch die – keinesfalls zu unterschätzenden – Distanzen der einzelnen Wettbewerbe.
Der Rennsteiglauf - vom Jogging zum Ultralauf
Nach Jahren, in denen ich aus Mangel an Gelegenheit vom Hobbyfußballer zum Jogger geworden war, entschloss ich mich vor acht Jahren, am ersten Everster Brunnenlauf teilzunehmen. Meine Laufdistanzen hatte ich zuvor beim Training immer mehr auf die 10 km ausgedehnt. An einem tollkühnen Tag im Bürgerbusch lief ich sogar zum ersten Mal mit 14 km deutlich weiter. So wurde ich am 3. Juni 2001 in Eversten vom Jogger zum Läufer.
Spätestens als ich im April 2003 in Hamburg am Start meines ersten Marathons stand, hätte ich es nicht mehr ausgeschlossen eines Tages auf der Ultradistanz anzutreten.
Etwa sechs Jahre und sechzehn Marathons später stand ich somit am 16. Mai dieses Jahres um 5.30 Uhr morgens auf dem Marktplatz von Eisenach. Es hatte in der Nacht mehrere Gewitter und starken Regen gegeben. Inzwischen war aber selbst das Nieseln, das mich um 4 Uhr auf dem Weg zum Shuttelbus begleitet hatte, einem trüben Morgengrauen gewichen.
Doch zunächst einige Fakten zum Rennsteiglauf:
- Europas größter Crosslauf mit aktuell ca. 12.000 Läufern auf verschiedenen Distanzen. Hinzu kommen einige Tausend Walker.
- Der Supermarathon verläuft über den Rennsteig Höhenweg des Thüringer Waldes von Eisenach nach Schmiedefeld:
- Aktuelle Länge: 72,7 km
- Anstiege gesamt: 1.490 Meter
- Abstiege gesamt: 989 Meter
- Teilnehmer 2009: über 2000 angemeldet und ca. 1900 im Ziel
- Das Wetter: Alles ist möglich. Von sonnig und warm bis Kälte und Schnee
- Ausführliche Info: www.rennsteiglauf.de
Als der Lauf zu DDR-Zeiten entstand, wurde er von Läufern für Läufer gemacht, was zu Behinderungen durch die Obrigkeiten führte. Wie kaum anders zu erwarten ließen sich die Läufer nicht beeindrucken, weshalb die gesamte Region inzwischen den 37. Rennsteiglauf feierte.
Nicht ausgeschlafen aber trotzdem hellwach stand ich also auf dem Marktplatz von Eisenach, auf dem um 6 Uhr der Start des „langen Kanten“ erfolgen sollte. Neben den Gewittern hatten die Gedanken über die passende Kleidung und besonders das Schuhwerk die Nacht unruhig gemacht. Als ich dann um 3 Uhr aufgestanden war, hatte ich mich entschlossen, den Wettervorhersagen zu vertrauen und mich für einen zunächst kühlen aber regenfreien Lauftag zu kleiden. Die festen Schuhe sollten für einige aufgeweichte Passagen ausreichend geeignet sein. Falls die Vorhersagen zutrafen und es weiterhin trocken blieb, war also alles klar. - Falls.
Noch nie hatte ich vor dem Start eines Marathons mit so vielen Teilnehmern eine solche Ruhe und Gelassenheit um mich herum gespürt. Offenbar wussten hier alle, was auf sie zukam und waren mit sich selbst und ihrer Vorbereitung im Reinen. Oder sie taten zumindest so, wie auch ich.
Dem Start folgte ein lockeres Antraben bis zum Stadtrand, wo es zum ersten Mal bergauf ging. Ein deutliches Aha-Erlebnis, hier bereits fast alle Teilnehmer um mich herum gehen zu sehen. „Wer klug ist, teilt sich die Strecke und die Gehpassagen gut ein und hält sich daran.“ Mich an den zweiten Teil dieser Aussage zu halten, wurde mir somit leicht gemacht, wofür ich sechs Stunden später anfing, sehr dankbar zu sein.
Die Strecke verläuft über die ersten 25 km in der frischen Morgenluft zumeist mehr oder weniger bergauf. Dann sind fast die Hälfte der Anstiege geschafft und die erste von sechs Verpflegungsstellen längst passiert. Auch bei den durch zahlreiche Getränkestellen ergänzten Verpflegungsstellen zeigt sich die liebevolle und perfekte Organisation von ihrer besten Seite, was ein Ausschnitt aus dem Menüplan belegt. Neben Obst und diversen Getränken werden belegte Brote, verschiedene Würstchen und nicht zuletzt der traditionelle Haferschleim in mehreren Geschmacksrichtungen angeboten. Wer klug ist, dippt sein Obst oder Brot in die bereitstehenden Teller mit Salz, um die Verluste auszugleichen. Wem der Sinn nach Bier steht, der sollte zumindest bis Kilometer 68 durchhalten, denn bereits kurz vor dem Ziel wird auch dies geboten.
Der Lauf an sich ist sehr schön und sehr lang, aber nie langweilig. Auf Naturwegen geht es über die Höhen des Thüringer Waldes, während man sich die Strecke zeitweise auch mit den Teilnehmern der anderen Wettbewerbe teilt. Ob es hart wird, bestimmt die Vorbereitung, die Einteilung der Kräfte beim Lauf und das nötige Quäntchen Glück unterwegs. Und der Zieleinlauf in Schmiedefeld ist legendär.
Fazit:
Ultramarathon ist eine neue Dimension, die absoluten Respekt erfordert und auf die selbst die Erfahrungen von Marathons nur teilweise zutreffen. Die Wichtigkeit von Tempo und erreichter Zeit treten für die meisten Teilnehmer hinter dem Erlebnis und dem Genießen zurück. Der Rennsteiglauf ist mit dem gesamten Drumherum absolut empfehlenswert und lässt sich besten mit einigen Urlaubstagen verbinden.
Wenn man sich beim Ultra nicht völlig verausgabt, zahlt sich die Vorbereitung auch später aus. Man kann somit auch die weitere Saison bestens genießen. Es ist z.B. möglich, bereits kurz nach dem Rennsteiglauf mit einer für die persönlichen Verhältnisse akzeptablen Zeit einen Marathon zu absolvieren, wie ich drei Wochen später selbst feststellen konnte.
Wer mehr wissen möchte, gerne im Forum oder per Mail.
Manfred Kliem